Informationen für Stammzellspender

Ablauf einer Blutstammzellentnahme.

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Wie wird bei uns eine Blutstammzellentnahme durchgeführt?

In 6 Schritten zur Blutstammzellentnahme.

1. Anforderung

Am Anfang steht die Anforderung des Zellprodukts.

Sind Sie als geeigneter Stammzellspender für einen Angehörigen oder Patienten gefunden worden oder ist für Sie als Patient eine Entnahme Ihrer eigenen Stammzellen vorgesehen, so erfolgt als nächster Schritt die Anfrage nach einer Stammzellentnahme in einem hierfür qualifizierten Entnahmezentrum.

Die Anforderung sollte durch den betreuenden Arzt oder eine von ihm beauftragte Person erfolgen. Sind Sie als freiwilliger Spender bei einem Register gemeldet, so fragt das Register direkt bei uns an. Hierbei werden der Empfänger der Zellen, die genaue Art der Zellen und die Zellzahl, die übertragen werden soll, an uns übermittelt.

Als Spender können Sie Ihrem Arzt oder Register im Vorfeld bereits Wünsche in Bezug auf bevorzugte Termine mitteilen. Bei vielen Registern ist es auch möglich, den Ort der Stammzellentnahme zu wählen oder Präferenzen zu äußern. In der Regel wird eine wohnortnahe oder einfach zu erreichende Entnahmeeinrichtung gewählt.

  • Anforderung für eine autologe Stammzellentnahme oder eine Familienspende durch den behandelnden Arzt
  • Anforderung für eine allogene Spende eines nicht-verwandten Spenders durch das betreuende Stammzellregister

2. Terminvergabe

Zweiter Schritt ist die Vergabe von Terminen.

Nach Eintreffen einer Anfrage versuchen wir, den gewünschten Termin für die Entnahme der Stammzellen oder der Leukozyten zu realisieren.

Unter Umständen kann es lebenswichtig sein, dass schnellstmöglich und unter Beachtung des übrigen Behandlungsablaufs eine Stammzellentnahme erfolgt. Das ist sehr häufig bei allogenen Spenden der Fall. Aber auch bei Eigenspenden ist Geschwindigkeit oft ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg.

Manchmal erfordert die Terminabstimmung sehr viel Gespräche und Organisation, so dass wir unter Umständen nicht umgehend Termine nennen können. Die Bereitschaft zu flexibler Termingestaltung von Seiten des Spenders erleichtert die Organisation sehr. Für freiwillige allogene Spender können wir bei der Kommunikation der Notwendigkeit eines Termins gegenüber dem Arbeitgeber ggf. unterstützend behilflich sein.

  • Eine schnelle Terminvergabe ist entscheidend
  • Bei Fragen rufen Sie uns an

3. Voruntersuchung

Dritter Schritt ist Gewährleistung von Sicherheit für Spender und Empfänger.

Die Voruntersuchung soll sicherzustellen, dass weder der Spender noch der Empfänger durch die Spende gefährdet werden.

Sie beinhaltet eine Blutentnahme, ein EKG, eine Oberbauchsonographie und eine ausführliche ärztliche Untersuchung, die eine medizinische und Verhaltensanamnese einschließt sowie der Beurteilung der peripheren Venenverhältnisse dient.

Die Laboruntersuchung der Blutprobe beinhaltet neben Routineuntersuchungen auch spezielle infektiologische Untersuchungen, die ausschließen sollen, dass ein immunsupprimierter Patient durch einen für einen Gesunden harmlosen Erreger gefährdet wird.

  • Gewährleistung der Sicherheit des Spenders steht an erster Stelle
  • Ausschluss einer Gefährdung des Patienten ist Voraussetzung für Spende

4. Leukapherese

Vierter Schritt ist die Entnahme der Stammzellen durch eine Leukapherese.

Durch die Leukapherese wird mit Hilfe einer Maschine ein Teil der weissen Zellen aus dem zirkulierenden Blut entnommen. Enthalten die weissen Zellen Stammzellen, spricht man von einer Stammzellapherese.

Die Leukapherese kann ambulant durchgeführt werden und dauert etwa drei bis vier Stunden. Nach Punktion zweier Armvenen mit einer Verweilkanüle wird das Blut durch die Apheresemaschine geleitet, die in der Lage ist, spezielle Anteile der Blutzellen abzutrennen. Die abgetrennten Stammzellen werden in einem Beutel gesammelt, der zum späteren Transplantat oder Zellprodukt weiterverarbeitet wird.

Die Leukapherese ist ein erprobtes medizinisches Standardverfahren. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Muskelkrämpfe, die durch Kalziummangel auf Grund des Einsatzes von Citrat zur Gerinnungshemmung entstehen. Bei Auftreten dieses Problems erhalten Sie Calcium, so dass die Beschwerden zumeist sehr rasch verschwinden.

In den meisten Fällen ist nur eine Leukapherese erforderlich. Eine Wiederholung kann aber auch notwendig sein, wenn die Zahl der gesammelten Stammzellen nicht ausreichend ist.

  • Nach Punktion zweier Armvenen wird das Blut zur Zellabtrennung durch eine Apheresemaschine geleitet
  • ambulant in wenigen Stunden durchführbares, gut erprobtes Standardverfahren

5. Mobilisierung

Fünfter Schritt ist die Stammzellmobilisierung.

Ziel der Mobilisierung ist es, eine ausreichende Menge von blutbildenden Stammzellen aus dem Knochenmark in das zirkulierende Blut zu bewegen.

Dieser Schritt ist nur erforderlich, wenn eine Stammzellentnahme aus dem Blut erfolgen soll, was jedoch mehr als 90 Prozent der Fälle betrifft.

Es stehen verschiedene Medikamente für diesen Zweck zur Verfügung. Meist wird die Stammzellmobilisierung durch die Gabe eines hormonähnlichen Präparats erreicht, das über fünf Tage subcutan – zum Beispiel unter dieBauchhaut injiziert wird.

Es handelt sich um ein bei zehntausenden von Spendern langjährig erprobtes Vorgehen, dessen problematischste Nebenwirkung das Auftreten von Knochenschmerzen ist.

  • Durchführung durch ambulante Gabe von hormonähnlichen Medikamenten über 5 Tage
  • gut erprobtes Verfahren mit Knochenschmerzen als häufigster Nebenwirkung

6. Nachkontrolle

Zur Sicherheit.

Auch wenn Nebenwirkungen nur sehr selten auftreten ist es wichtig, dass nach der Stammzellentnahme Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Diese beinhalten vor allem eine Laboruntersuchung, um festzustellen, dass alle Blutwerte sich im Normalbereich befinden bzw. keine durch die Zellentnahme vorübergehend hervorgerufenen Veränderungen mehr vorhanden sind.

  • Nachkontrollen können beim behandelnden Arzt durchgeführt werden.
  • Bei Fragen oder Problemen nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf.